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Mein Samhain 2016

Spinnennetz, by Freya Birudōttir ©2016
Spinnennetz, by Freya Birudōttir ©2014
Spinnennetz, by Freya Birudōttir ©2014

Samhain ist die Zeit des Jahres, um die Ahnen zu ehren und der Toten zu gedenken. Nicht dass wir das sonst nicht tun sollten, aber gerade jetzt ist eine gute Zeit dafür.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu, es wird wieder kalt und grau. Wir ziehen uns nach (dr)innen zurück, ins behagliche, warme zu Hause. Die Zeit der Fülle ist vorbei. Die Ernte ist eingebracht, die Tiere beginnen ihren Winterschlaf, die Bäume lassen ihre Blätter fallen, die Zugvögel ziehen in den Süden, die Natur begibt sich in eine Phase der Ruhe und Stille. Zu keiner Zeit im Jahr ist das Vergehen, der Tod und das Sterben so sichtbar.
Die Natur zeigt uns aber nicht nur, dass das Sterben und der Tod zum natürlichen Kreislauf des Lebens gehören, sie zeigt uns auch, wie bunt und schön auch das Loslassen sein kann. Die Farbenpracht der Früchte, Beeren und Blätter des Herbstes, steht den Farben des Frühlings und des Sommers in nichts nach.

Loslassen, dass war auch das Thema eines kleinen Samhain Rituals, dass ich mit einer lieben Freundin am Wochenende begangen habe. Wir legten zunächst Karten und hatten später ein kleines Ritualfeuer in dem wir symbolisch das verbrannten, was wir gehen lassen wollten.

Grablichter, by Freya Birudōttir ©2016
Grablichter, by Freya Birudōttir ©2016

Außerdem entzündeten wir Kerzen in Gedenken an die, die vor uns waren.
Eine Kerze für die Ahnen zu entzünden, die dann einige Tage auf der Terrasse brennt, ist eine Tradition, die ich seit einigen Jahren zu Samhain pflege. Ich nutze dazu gerne Friedhofskerzen, da sie lange brennen und an einem sicheren Platz auch unbeaufsichtigt stehen können.

Unser Festmahl bestand neben dem Kürbiskuchen, den ich hier verbloggt habe, noch aus einer leckeren Kürbissuppe und Kürbistörtchen.

Samhain ist in sofern sehr besonders in diesem Jahr für mich, da ich Anfang des Jahres auf sehr extreme Weise mit meiner eigenen Vergänglichkeit konfrontiert wurde. Ich hab um mein Leben kämpfen müssen, lag mehrere Wochen im Koma und kämpfe mich seit dem in mein Leben zurück. Solche Erfahrungen sind prägend. Sie werfen uns aus der Bahn, aber sie tragen auch Chancen in sich, diese gilt es zu erkennen und zu nutzen. Eine der wichtigsten Lektionen, die ich mir aus dieser Zeit mitgenommen habe ist, im Moment zu sein. Hier und Jetzt den Moment zu leben und vor allem auch zu genießen und das loszulassen, oder gar aus meinem Leben zu verbannen, das mich schwächt, oder mir nicht gut tut. Unsere Lebenszeit ist viel zu kostbar, um sie zu verschwenden. Check your priorities!
Ich dachte schon vorher, dass ich das wüsste und entsprechend handeln würde. Hab ich mich geirrt. Wobei, in gewisser Weise tat ich das schon, allerdings lange nicht so konsequent wie jetzt. Ich nehme mich selbst und meine Bedürfnisse einfach ernster und habe z.B. auch gelernt meinen „unvollkommenen“ Körper so zu lieben und vor allem zu schätzen, wie er ist. Wir sind ein super Team und haben zusammen einen verdammt guten Job gemacht. Wir haben vollbracht was niemensch für möglich hielt.

Alter, Tod und Sterben sind zu Tabu-Themen in unserer Gesellschaft geworden. Das tut uns, meiner Meinung nach, nicht gut. Es ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Ohne ihn sind wir nicht vollständig. Samhain, Halloween, der Tag der Toten, sie sind dazu da uns daran zu erinnern, wenn wir es vergessen haben.

Ich hoffe ihr hattet oder habt ebenfalls ein schönes Samhain und ein schaurig schönes Halloween!
Blessed be.

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